Die ehrliche Filmkritik - mit bald genau 666 Filmen (und der wird devilish vicious)

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Kein Pardon (1993)



Kein Pardon ist die wohl beste deutsche Komödie. Mit der Regie, der Mitarbeit am Drehbuch und gleichzeitiger Hauptrolle hat Hape Kerkeling ein Meisterwerk erschaffen, was seinesgleichen sucht.

Plot: Peter Schlönzke, schon als Kind ein Fan von Flipper, arbeit als Schnittchenauslieferer im Familienbetrieb und ist ein Riesenfan der Unterhaltungssendung „Witzischkeit kennt keine Grenzen" mit und von Moderator Heinz Wäscher, gespielt von Heinz Schenk, dem Godfather of Hessisch. Durch die Teilnahme an einem Talentwettbewerb erhält Peter einen Einblick in die Produktion der Sendung und muss feststellen, dass Heinz Wäscher nicht der nette Mann ist, der er vorgibt zu sein. Peter nimmt seinen Platz ein und verfällt denselben Allüren, wie zuvor sein Idol.

Wie ich schon anfangs sagte ist Kein Pardon eine ganz besondere Fernsehsatire, bei der für mich der abgehalfterte und cholerische Fernsehmoderator Heinz Wäscher im Mittelpunkt steht. Die Rolle ist so genial und seine Äußerungen sind legendär.
"Der lustische Glückshase, der stiert misch immer so an!"
"Isch habe nicht so viel Zeit."
"So kann isch net arbeite."
"Des lischt is ja ahch wieda Kalifornia-gelb. Isch seh aus, als hätt isch de Gelbsucht. Wir hatten hier immer Arizona-blau. Warum haben wir jetzt kein Arizona-blaues Lischt?" "Macht sofort Arizona-blaues Licht."
und als Krönung natürlich das Interview mit den Kindern der Schülerzeitung-geniale Schauspielkunst.

Hape Kerkeling ist es gelungen in feinster Kleinarbeit Charaktere zu schaffen, die so liebenswert sind, dass man diese nie vergessen mag.
Besonders der Opa: "Der Heinz Wäscher ist doch ein alten Busergrapscher."und "Wie ne Leberwurst siehste aus-bissgen weniger fressen wär auch ganz gut." oder die Pförtnerin: "Helga, isch hab solsche Kreuzschmerzen, das kannst du dir net vorstelle, als ob dir jämand mit de Schneeschaufel hinten reinstischt."

Ich könnte noch Stunden von diesem Film schwärmen.
Vielleicht sollte man an diesem Punkt dem ): verstorbenen Cast
Peters Mutter, gespielt von Elisabeth Volkmann (dt. Schauspielerin, Komikerin und Synchronsprecherin) * 16. März 1936 ; † 25. Juli 2006,
dem Regisseur Bertram, gespielt von Kurt Weinzierl (östr. Schauspieler, Kabarettist u. Regisseur) * 15. April 1931; † 10. Oktober 2008 und dem

Opa Hermann Schlönzke, gespielt von Dirk Dautzenberg (dt. Schauspieler u. Theaterregisseur) * 7. Oktober 1921; † 15. Februar 2009 gedenken.

Hier, weil es so schön war, noch mal die Sing-a-longs:

Witzischkeit kennt keine Grenzen, Witzischkeit kennt kein Pardon und wer witzisch ist, der hat gut Lache und darum gehts in diesem Song.

Mein Vati hat drei grunzende Schweine, Eins schwarz, Eins braun, Eins hat zu kurze Beine. Und genauso kurz ist auch mein Lied, drum singt alle mit.

Pa Pa Paderborn dort hab ich mein Herz verlorn. Bi Bi Bielefeld da hab ich noch ein Bier bestellt.

Zitate:
"Der Henne? Der hat doch die Schwester von der Lisbeth geheiratet..." - "Quatsch, der hat die Lisbeth geheiratet"

http://www.imdb.de/title/tt0104602/

M - Eine Stadt sucht einen Mörder (1931)

aka M - Mörder unter uns


Story:
In Berlin treibt zur Zeit der Weimarer Republik ein Kindermöder (Peter Lorre) sein Unwesen. Die Stadt lebt in Angst und Schrecken, als die Behörden nicht voran zu kommen scheinen, nehmen die Verbrecher der Stadt, die sich durch die ständigen Polizeiratzzien gestört fühlen, die Suche selbst in die Hand...

Fazit:
Ein guter deutscher Film und das ist selten, daher umso schöner hervorzuheben. Die Botschaft ist klar, auf seine Kinder Acht geben und keine Selbstjustiz. Doch in dem Film steckt mehr, was ich erst als billigen Erklärungsversuch für Kindermörder abtun wollte, klingt nicht mal dumm - und für die damalige Zeit genial bzw. überzeugend gespielt! Trotz der Wut auf den Mörder, zeichnet sich an seiner Vorverurteilung ein wichtiges Gesellschaftsbild ab, dass man nicht ignorieren sollte. Es ist schon ekelhaft zu sehen wie viele Menschen blind vor Angst wahllose Urteile fällen und in der Masse zu Monstern werden - einer der größten Charakterschwächen der Menschheit und in jedem von uns für alle Zeit! Nebenbei ist es eine gute Idee Penner fürs Gesetz einzuspannen. Ein wirklich guter Film, der zwar am Ende spart, aber dafür einem die bittere Antwort förmlich entgegen schmettert! Good ol' Germany, mit viel Spannung, guten Schauspielern und S/W-Thriller-Flair!

Zitate:
"Aufpassen wie die Schießhunde!"
"Muss'n falscher Irrtum sein!"
"Packt ihn feste!"
"Unschädlich bist du nur, wenn du tot bist!"
"Will nicht! Muss!"

Bemerkungen:
- damals § 51: Unzurechnungsfähigkeit, heute § 20/21 StGB: Schuldunfähigkeit/Verminderte Schuldfähigkeit (siehe Juristischer Infodienst)
- die Polizei erzeugt Wut und Frust, das Finanzamt nur Angst
- die Methoden der Polizei sind etwas billig und teils dreist (fast so wie heutzutage)
- dt. Sprache = schöne Sprache
- es gibt eine schöne Graphic Novel von John J Muth (eine Art Neuaufbereitung)
- Regisseur Fritz Lang hat einige wichtige Filme gemacht, u.a. Metropolis (1927), Die Nibelungen: Siegfried (1924), Die 1000 Augen des Dr. Mabuse (1960)
- Peter Lorre spielte u.a. in The Raven (1963), Der Mann, der zuviel wußte (1934) und 20000 Leagues Under the Sea (1954)
- die gepfiffene Melodie ist: "In der Halle des Bergkönigs" aus der Peer-Gynt-Suite No. 1 vom norwegischen Komponisten Edvard Grieg (es gibt ein nettes Cover von Apocalyptica)

Fritz Lang



R.i.p

Peter Lorre



R.i.p

http://www.imdb.com/title/tt0022100/

Das Boot (1981)

aka The Boat


Story:
1941. Der U-Boot-Krieg wird immer schwieriger für die Deutschen. Dennoch läuft die U-96 aus die Atlantik-Front vor dem Durchbruch der Briten zu schützen. Kapitän Heinrich (Jürgen Prochnow) und seine Crew erwartet aber beriets eine Übermacht, die den sicheren Tod bedeutet. Der dt. Journalist Werner (Herbert Grönemeyer) soll vom Kriegsalltag an Bord berichten, schnell wird ihm aber klar dass es nichts zu berichten gibt, ausser über Angst und Tod...

Fazit:
Einer der wenigen dt. Filme die Weltruhm erlangt haben und dabei handelt es sich noch um einen fast 4 Stunden langen Kriegsfilm! Zwar sollte man ein wenig Sitzfleisch mitbringen, aber das lohnt sich! Die Angst und der 'Druck' die hier schnell und beklemment aufgebaut werden sind die ständigen Filmbegleiter, jedesmal denkt man sie würden abkratzen und dann kommt es zu einem raschen und unerwarteten (ironischen) Ende. Der Film strotzt nur so vor Kritik am Krieg (aber auch an den Nazis). Die Titelmusik ist legendär, sogar unter Hollywood-Kriegsfilmen, die Schauspieler (allesamt) und das verwundert wohl am meisten, sind konstant überzeugend und die Story ist spannend und wirklichkeitsnah erzählt. Unheimliches Feeling kommt dabei auf dass nie die gegnerische Seite gezeigt wird und man wie die Leute im U-Boot nur raten kann was als nächstes passiert. Die englische Synchro hält sich leider nicht an die dt. Vorlage und stehlt die Nazis Nazi-hafter dar, als dies im Film rüberkommen sollte. Dennoch ist der Film ein Klassiker und sollte jeden Geschichtsfreund (bzw. auch 'Kriegsfreund') spannende Unterhaltung bieten, auf das man unter dem Druck implodiert!

Zitate:
"I'm not in the condition to fuck!"
Ein amerik. Kriegsschiff hat Wasserbomben abgeworfen und entfernt sich nun vom U-Boot, daraufhin fragt der Kapitän der U-96 im Monolog verwundert:
dt. Version: "Feierabend?" - engl. Version: "Running away?"

Bemerkungen:
- Nebenrollen: Martin Semmelrogge, Heinz Hoenig, Uwe Ochsenknecht, Ralf Richter, Sky Dumont u.v.m. des dt. Kinos
- ohne Unterwasserradar (Sonar) war der U-Boot-Krieg soetwas wie ein Schiffe-versenken-Hörspiel
- Kriegserkenntnis fürs normale Leben: Anfangs: Yeah, am Ende: Boo!
- unter Wasser explodieren Dinge (z.B. U-Boote) nicht, sondern sie implodieren
- Herbert Grönemeyer ist ein Deutsch singender Musiker
- heutzutage gibt es Atom-U-Boote, von denen eins alleine einen Weltkrieg auslösen könnte und sie sind vollkommen leise unter Wasser

http://www.imdb.com/title/tt0082096/

Sommer (2008)





















Sommer kann man in einem Atemzug mit Freche Mädchen (2008) nennen. Beide Filme sind letztes Jahr erschienen, als sich in Deutschland mal wieder getraut wurde Teeniefilme zu produzieren. Da dürfen die Ochsenknechts natürlich nicht fehlen. Diesmal Jimi Blue Ochsenknecht.

Jimi spielt Tim Winter, der wegen dem Job seines Vaters, nun zum achten Mal die Schule wechselt. Angekommen auf der Insel Amrum wartet der Ärger nicht lange. Er trifft Vic, die eigentlich mit everybody's darling Lars zusammen ist, dennoch scheint sie nicht uninteressiert an Tim. So fängt die Streiterei an. Achja, nebenbei trifft er Eric, der sein bester Kumpel wird usw... ansonsten sehr schlechte Story mit den typischen Szenen - alles vorhersehbar

Bemerkenswert:
- Tim Winter und der Film heißt Sommer
- Specki-Fett-Fettsau, Eric kann nicht Schauspielern, da war Kugli aus Crazy (2000) hundert Mal besser
- "Bis zur roten Boje und wer umdreht verliert." So macht man das heutzutage. Da wird sich nicht mehr geprügelt, da wird geschwommen. "Das klären wir im Wasser!!!"

Fazit: Der Film fängt richtig schlecht an. Jimi Blue singt zwischendurch. Nach diesem Tiefgang gewinnt der Film an Qualität, die er später wieder verliert aber zum Ende nochmal wiederfindet.

http://www.ofdb.de/film/144436

Freche Mädchen (2008)





















Nach Crazy (2000) und Mädchen, Mädchen (2001) ist so ein Film mal absolutes Muss.

Mila, Kati und Hanna sind 14 Jahre und superbeste Freundinnen, die alles füreinander tun. Während Kati und Hanna sich anfängen für Jungs zu interessieren ist Mila von diesem Gedanken überhaupt nicht begeistert.

Ein schöner Teenie-Film, der erst nach 60 Minuten Horror wird, nämlich wenn Wilson Gonzalez "Eidechsenfresse" Ochsenknecht auftaucht. Ansonsten gibt es kleine Szenen zum Lachen, z.B. der Deutschlehrer beim Korrigieren des Gedichtes oder Kati wenn sie, wie schon Trailer gesehen, fragt ob man sieht, dass sie geheult hat?


Wer jetzt denkt ich mag kleine Mädchen der hat Recht, also nicht Recht. Ich mag solche Filme, weil ich so an meiner Jugend hänge.
Fazit: eine Teenie-Schmalz-romantische Komödie für kleine Mädchen, wie mich.

Bemerkung:
Der Film basiert auf der Reihe Freche Mädchen – freche Bücher.

http://www.ofdb.de/film/150677

Lauf um Dein Leben - Vom Junkie zum Ironman (2008)





















Nach einer wahren Begebenheit...
Andreas Niedrig machte damals seinen größten Kampf gegen die Drogensucht.
Als Vorlage diente Niedrigs Buch mit dem gleichnamigen Titel "Vom Junkie zum Ironman".

Plot: Andreas Niedrig, gespielt von Max Riemelt, hat ein cooles Kifferleben mit seinen 3 Kumpels (Kurt, Motte und Ismael) -ja die sind super.
Nach einigen Eskapaden findet er sein Traummädchen und schwängert sie draufhin. Anschließend beschliessen die beiden zu heiraten. Andreas führt nun ein "normales" Leben, was ihm und seinen Freunden eigentlich nicht so passt. Die Sehnsucht nach Abenteuer, nach dem Kick ist einfach zu groß. Das Familienleben beiseite geschoben, fängt er wieder an mit den Drogen aber die Zeiten haben sich geändert. Die neuen Drogen werden zum täglich Brot-kleine Ausraster inbegriffen, und damit kommt auch der Fall. Seine Freunde erleiden alle Nach und nach traumatische Erlebnisse. Einer verliert dabei sein Leben.
Andreas realisiert die Welt nicht mehr. Sein Vater, der sich sowieso schon immer sein Leben einmischte, bewahrt ihn vor dem Knast und ruft zur Therapie.

Frisch raus gekommen, von der Frau nicht mehr angenommen, beschliest Niedrig sein Leben zu ändern. Er fängt wieder an mit seinem alten Trainer sport zu treiben. Dieser holt alles aus ihm raus bis Andreas bei den Iron Man teilnimmt...

Impuls meint: Irgendwie hat der Trailer eine anders aufgebaute Storyline versprochen. Ich dachte, der macht nur scheiße und findet dann endlich einen Weg, wie die Problemkinder im Bootcamp, sich für die Gesellschaft nützlich zu machen, indem er für den Ironman trainiert.
Dem war nicht so. Erst das Partyleben, dann das Familienleben und anschließend der Tiefpunkt mit späteren Erfolg.

Alles in allem war der Film nicht schlecht aber Axel Stein, spielt Kurt, kann man einfach nicht ernst nehmen. Manchmal habe ich mich von gespielter Ernsthaftigkeit, auch anderer Schauspieler, einfach verarscht gefühlt -sah schon im Trailer komisch aus.

Mr. Halfasleep (fügt hastig hinzu):
Der Sport kommt hier definitiv viel zu kurz, das Drama hat gute Ansätze, aber versaut den Schluß, da die alles ewig lange ausbaden müssen - ohne richtig Lösungsansätze zu nennen. Ein dt. Film mit verstecktem Potential, den man sich antun kann, aber das Niveau ist wie so oft konstant niedrig. Aber eine wichtige Message für alle die mit den Drogen aufhören wollen, alles was man dazu braucht: Sport!
Mr. Halfasleeps Lebensapotheke verschreibt ergänzend: eine Freundin, Freunde und noch ein Hobby. Say no to drugs and say yes to sluts! ;)

http://www.imdb.com/title/tt0954542/

Zombie Warrior (2006)



Story:
Ein Typ kommt nach Hause und findet seine Frau brutal ermordet in der Küche. Eines Nachts erhebt sie sich und einige andere Untote aus ihren Gräbern um ihn zu fressen, doch er setzt sich zur Wehr...

Fazit:
Mit fünfzehn Minuten ein guter Film, vor allem da es sich um eine deutsche Independent-Produktion handelt, stellt jeden Uwe Boll Film in den Schatten! Die Masken sind nicht die Welt, aber das Blut und die Wunden sind wirklich professionell gemacht, die Schauspieler sind Dreck – genau wie die Dialoge bzw. die ganze Synchro, doch die Kameraeinstellungen sind gelungen und originell. Ebenso ist das Ende überraschend gut. Wer die miesen Schauspieler und die grottige Synchro ignorieren kann sieht nach langer Zeit einen netten Zombie-Splatter-Newcommer – und das aus Deutschland!

---sorry, no imdb-link---
alternativ: http://www.zombie-warrior.de/

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